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Eine neue Herausforderung: Unsere Ozeane

Sie machen 70% der Erdoberfläche aus, bilden 97% unserer Wasserreserven und beherbergen 80% aller organischen Stoffe auf der Erde. Über 3 Milliarden Menschen weltweit sind von den Ozeanen abhängig, um ihren Lebensunterhalt zu sichern. Leider behandeln wir unsere Weltmeere aber nicht dementsprechend.

Die Bedrohung der Weltmeere

Unsere Ozeane werden immer weiter durch Unmengen an Plastikmüll, Ölen und Chemikalien verschmutzt.

Darüber hinaus beuten wir die Rohstoffe unsere Meere aus, denn Öl und Gas werden in zu großen Summen abgebaut.

Hinzu kommt, dass wir Menschen mit unserem oftmals achtlosen Konsumverhalten aktiv dazu beitragen das Meer zu zerstören.

Wenn wir abends in München essen gehen, wie oft bestellen wir eine Forelle, einen Saibling oder Karpfen? Und im Gegensatz dazu, wie oft essen wir Lachs oder Thunfisch?

Diese vielen kleinen Konsumentenentscheidungen, die tausendfach jeden Tag getroffen werden sind die Ursache für Überfischung, die einhergeht mit Beifang und der Zerstörung des Meeresbodens durch Grundschleppnetze.

Würden wir uns selbst daran erinnern, unseren Fischkonsum reduzieren, lokale Fische und die örtlich ansässigen Fischereien unterstützen würden wir in Summe schon ein großen Beitrag leisten, um dem entgegen zu wirken.

Aber da wir das weitestgehend nicht tun, tragen auch wir dazu bei, dass das natürliche Gleichgewicht unserer Weltmeere zunehmend außer Kontrolle gerät.

Deshalb müssen wir uns dem annehmen, wir müssen unsere Meere schützen, sie sich erholen lassen, damit wir unseren Meereslebewesen die Möglichkeit geben können wieder zu wachsen und zu gedeihen.

Die Probleme unserer Ozeane im einzelnen:

Man muss sich erst einmal vor Augen führen, was eigentlich die größten Bedrohungen für unsere Weltmeere sind. Erschreckenderweise sind das ganz schön viele. Aber fangen wir erst einmal an…

Ein großes Problem ist die zunehmende Erwärmung der Meere. Weltweit werden unsere Ozeane nicht nur zunehmend wärmer, sondern auch saurer. Verursacht wird das ganze durch die Wärme, die durch uns Menschen durch Treibhausgasemissionen verursacht wird. Unsere Weltmeere speichern diese Wärme zu 90 Prozent ab. Dies verhindert wiederum einen fließenden Austausch von Gasen und Nährstoffen in den verschiedenen Meeresschichten, wodurch in den verschiedenen Wasserzonen Sauerstoffmängel entstehen. Sogenannte “Death Zones”, Meeresabschnitte, in denen zu wenig Sauerstoff gespeichert ist, um Meerestiere am Leben zu halten. Diese nehmen in alarmierender Geschwindigkeit zu: Schon seit den 60er Jahren verdoppeln sich die sogenannten Todeszonen fast jedes Jahrzehnt. Mittlerweile werden mehr als 400 Todeszonen gezählt, die größten davon im Golf von Mexiko und im arabischen Meer. Sie nehmen mittlerweile eine unfassbare Fläche von 245 Tausend Quadratkilometern ein und sind eine ausschlaggebende Bedrohung für unsere Ozeane (Quelle: nationalgeographic).

Darüber hinaus werden unsere Ozeane immer mehr mit Giftstoffen belastet. Woran das liegt? Das zunehmende Wachstum unserer Industrie und die vorherrschende Landwirtschaft beeinträchtigen unsere Meere. Denn viele von ihnen produzierte Giftstoffe gelangen durch unser Grundwasser über Flüsse ins Meer. Dies hat einen negativen Einfluss auf unser Ökosystem im Meer.

Zusätzlich werden unsere Ozeane durch die Offshore-Förderung von Erdöl und Erdgas, dem internationalen Schifffahrtsverkehr und leider viel zu regelmäßig auftretenden Umweltkatastrophen verseucht.

Das zusammen ist schon schlimm genug und belastet unsere Meere immens.

Aber als wäre das nicht schon genug, tragen wir Menschen - wie oben bereits beschrieben - mit unserer massiven Überfischung noch weiter zu dem sich verschlechternden Zustand der Meere bei. Das traurige daran ist, dass viel mehr Fische gefangen werden als eigentlich nötig ist. Dieses achtlose Verhalten wiederum bringt das fragile ozeanische Ökosystem aus dem Gleichgewicht.

Das größte Problem ist der industrielle Fischfang, der die Hauptursache für Überfischung und die Zerstörung des Meeresbodens ist. Der weltweite Fischkonsum liegt in etwa bei 20,5 kg pro Kopf, um diesem gerecht zu werden, werden unsere Weltmeere ausgebeutet. Nicht nur größere Netze, sondern auch modernste Techniken, wie Echolot und Sonar, ermöglichen es den Fischern ihre Beute schnell und präzise aufzuspüren, sodass die Tiere keine Chance haben zu entkommen (Quelle: Peta).

179 Tonnen Fisch werden pro Jahr aus unseren Meeren geholt. Dabei gelten über 29% der weltweiten Fischbestände bereits als überfischt, 61% sind bereits vollständig befischt. Durch weitere fragwürdige Fischereimethoden wie beispielsweise Grundschleppnetze entstehen weitere Probleme für unsere Ozeane, wie die Zerstörung von Pflanzen und Korallen oder sogar ganzen Riffen. Zudem kommt das Problem des Beifangs. 38,5 Millionen Tonnen Beifang pro Jahr werden durch die heutigen Fischereimethoden produziert. Eine beunruhigende Summe, darunter mehrere hunderttausende Seevögel, Delfine, Wale, Meeresschildkröten, Millionen von Haien und weitere Meereslebewesen. Die Zahlen und das stetige Wachstum sind eine Katastrophe und bedeuten, dass, falls wir so weitermachen, schon im Jahr 2050 so gut wie kein Fischbestand mehr in unseren Ozeanen vorhanden sein wird. (Quelle: FAO, WWF)

Hinzu kommt die enorme Verschmutzung durch Plastikmüll.

Schätzungen zufolge gelangen jährlich in etwa 5 – 13 Millionen Tonnen Plastikmüll in unsere Weltmeere (Quelle: WWF).

Du kannst dir unter der Summe nicht wirklich was vorstellen? Da können wir dir helfen: Das entspricht in etwa einer LKW Ladung pro Minute. Unfassbar? Ja, das finden wir auch!

Das Schlimmste daran? Die Vermüllung unserer Weltmeere steigt stetig an. Nur ein geringer Teil dieses Mülls bleibt an der Oberfläche der Meere, der Rest sinkt auf den Meeresboden ab und ist wohl nie mehr beseitigbar.

Der Plastikmüll, welcher weiterhin in Küstennähe und an den Oberflächen schwimmt, bedroht vor allem Meeressäuger und Seevögel. Seien es Plastik Strohhalme, die in Nasenlöchern von Meeresschildkröten feststecken. Plastiktüten oder Geisternetze, welche in den Meeren schwimmen und in welchen sich Meeressäuger oder Vögel verfangen und sich deshalb nicht mehr normal fortbewegen können.

Darüber hinaus ist auch das für unser Auge meist unsichtbare Plastik, das Mikroplastik eine enorme Gefahr für unsere Meerestiere. Fische verwechseln dies oftmals mit Plankton, ihrem Nahrungsmittel. Da sie Plastik aber weder verdauen noch wieder ausscheiden können, sammeln sich die Plastikartikel im Bauch der Tiere und gaukeln dem Tier ein “völle” Gefühl vor. Dies führt dazu, dass die Fische langsam verhungern. Schaut man in der Nahrungskette weiter und betrachtet größere Beutetiere, welche die kleineren mit Plastik belasteten Fische verzehren, entsteht eine Abwärtsspirale.

Das ist aber leider noch nicht alles, denn zudem sammeln sich an Plastik häufig Giftstoffe, welche die Mikroplastik Teile in unseren Ozeanen dann auch noch zu Giftcocktails machen.

Das alles ist erschreckend und wir müssen uns alle an die eigene Nase fassen und etwas ändern. Nur dann können wir unsere Ozeane retten.

Wenn auch du gerne einen positiven Beitrag dazu leisten würdest, dann schau unsere Projekte in “unsere Ozeane” an und hilf mit einem monatlichen Beitrag unsere Weltmeere und ihre Lebewesen zu retten.