Bedrohte Naturparadiese | one4good
Cover Image for Bedrohte Naturparadiese

Bedrohte Naturparadiese

Auf unserem Planeten gibt es unfassbar schöne Landschaften, doch nur wenige dieser Orte sind von uns Menschen noch unberührt geblieben. Durch unser aller Handeln wird die Umwelt, in welcher wir leben, zunehmend belastet und gefährdet. Wälder werden gerodet, Tiere und Pflanzen verlieren ihre Lebensräume. Durch jeden Lebensraum, welcher vernichtet wird, wird eine Tier- oder Pflanzenart unwiederbringlich ausgelöscht. Wir müssen dringend etwas unternehmen, um die Biodiversität auf unserer Erde zu erhalten und zu schützen.

Der tropische Regenwald, die grüne Lunge für unser Klima

Der tropische Regenwald gilt als der artenreichste Lebensraum der Welt und ist ein Wunder unserer Erde. Farne, Lianen, riesige Bäume, Tiere und Insekten aller Art finden dort ihren Lebensraum. Ein Drittel der Pflanzen- und Tierarten unserer Erde leben im Amazonas Regenwald. Ein Fünftel des gesamten Süßwassers unseres Planeten werden durch ihn produziert.

Jedes Jahr werden im Durchschnitt jedoch ca. 11.500 Quadratkilometer des tropischen Regenwaldes abgeholzt. Grund dafür sind die Herstellung von Holz, Papier, Palmölen, aber auch der Bau von Sojaplantagen und Rinderweiden. Darüber hinaus werden die Bodenschätze der Regenwälder wie beispielsweise Öl, Gas, Gold und Eisenerz ausgebeutet (Quelle: Tagesschau)

Im Januar dieses Jahres wurde ein trauriger Höchststand von 360 abgeholzten Quadratkilometern erreicht, so viel wie seit 2015 nicht mehr. Veranschaulicht dargestellt entspricht das der Größe der Ostseeinsel Usedom. Experten gehen davon aus, dass bis 2030 bereits über 55 Prozent der Regenwälder Amazoniens für immer verschwunden sein werden (Quelle: Geo).

Auswirkungen auf indigene Völker, unser Klima und vom Aussterben bedrohte Arten

Indigene Völker, welche in vielen Teilen der tropischen Regenwälder leben, haben größtenteils keine Mitspracherechte oder Handlungsspielraum, was mit ihrem Lebensraum geschieht. So werden große Flächen des Regenwaldes für den Anbau von Soja oder Kuhweiden gerodet. Da der Boden des tropischen Regenwaldes für diese Art von Landwirtschaft aber nicht die richtigen Nährstoffe besitzt, werden von übermäßig Pestizide eingesetzt. Diese wiederum gelangen dadurch in Flüsse und vergiften die lokal ansässigen indigenen Völker und ihren Lebensraum (Quelle: Peta).

Zudem schadet die Rodung der Regenwälder unserem Klima, denn Regenwälder sind für etwa 40 Prozent des Sauerstoffs in der Luft verantwortlich. Der Amazonas Regenwald allein produziert unglaubliche 20 Prozent des weltweiten Sauerstoffs. Durch die Pflanzenvielfalt in den Regenwäldern wird extrem viel CO2 gebunden und in Sauerstoff umgewandelt. Durch die fortschreitende Rodung der Regenwälder schreitet auch der Klimawandel voran, denn je mehr Abholzung, desto weniger Aufnahme von CO2 und wiederum weniger Umwandlung in lebensnotwendigen Sauerstoff. Durch die stetig steigenden Rodungen und menschlich herbeigeführten Waldbrände gibt der brasilianische Regenwald erschreckenderweise mittlerweile sogar mehr Treibhausgase ab, als er aufnehmen kann (Quelle: Peta).

Jedoch nicht nur die indigenen Völker und unser Klima sind negativ von den Folgen der Zerstörung des Regenwaldes betroffen. Auch eine Vielzahl an Pflanzen- und Tierarten verlieren durch die Rodung ihren Lebensraum und sind dadurch vom Aussterben bedroht.

Die Notwendigkeit zu handeln, haben Umwelt- und Menschenrechtsaktivist:innen bereits erkannt. Die sogenannten Earth Defenders kämpfen im Amazonasgebiet für den Schutz von Flüssen, Wäldern, Tieren und den Rechten von indigenen Menschen.

Leider werden sie dadurch vermehrt zu Opfern von körperlichen Angriffen, Bedrohungen oder Schikanen durch Polizei und Justiz. Die grausame Wahrheit zeigt enttäuschenderweise, dass einige Earth Defenders dadurch sogar ihr Leben verloren haben. Allein in den Jahren zwischen 2010 und 2015 wurden mindestens 365 Aktivist:innen ermordet.

Amazon Watch und Borneo Orang-Utan Survival Foundation sind zwei unserer Projekte, welche sich für den Schutz des Regenwaldes, den Menschen und den darin lebenden Tier- und Pflanzenwelten verschrieben haben.

Amazon Watch

Seit 1996 schützt die gemeinnützige Organisation Amazon Watch den tropischen Regenwald und fördert die Rechte der im Amazonasbecken lebenden indigenen Völker.

Amazon Watch arbeitet dabei mit Indigenen- und Umweltorganisationen in Kampagnen für Menschenrechte, Unternehmensverantwortung und den Erhalt der Ökosysteme des Amazonas zusammen.

Sie stehen somit an vorderster Front der Klimagerechtigkeitsbewegung, um der Tatsache entgegenzuwirken, dass die Schwächsten – insbesondere indigene und farbige Menschen – die Hauptlast der Umweltzerstörung, der Gier der Unternehmen und des Klimawandels tragen und oft von Top-down-Lösungen ausgeschlossen werden.

Dadurch schützen sie jährlich Millionen Hektar Regenwald, indem sie Regierungen und Unternehmen herausfordern, fossile Brennstoffe im Boden zu lassen, Investitionen in die Zerstörung des Amazonas zu stoppen und der zerstörerischen Industrieentwicklung und dem Ressourcenabbau entgegentreten.

Borneo Orang-Utan Survival Foundation (BOS)

Den Schutz der Orang-Utans und ihrem Lebensraum, der Regenwald von Borneo, haben sich die Mitglieder:innen der BOS seit 2001 zur Aufgabe gemacht.

Denn Orang-Utans sind vom Aussterben bedroht. Nur noch in Südostasien, in den Tiefen des Regenwaldes von Borneo und Sumatra sind die letzten überlebenden Orang-Utans beherbergt (Heute leben noch rund 57.000 Borneo-Orang-Utans, etwa 14.000 Sumatra-Orang-Utans und 800 Tapanuli-Orang-Utans in freier Wildbahn).

Durch die fortschreitende Zerstörung der Regenwälder wird für die drei noch existierenden Orang-Utan Arten ihr Lebensraum und ihre Nahrungsgrundlage bedroht. Denn Orang-Utans sind nicht nur die größten Baumbewohner der Erde, sie sind zudem auch an ein Leben in Bäumen, mehr als alle anderen Primaten, angepasst.

Die BOS versucht die Tiere vor dem Aussterben zu schützen und hat in diesem Zuge zwei Rettungszentren errichtet. Dort werden über 400 gerettete, verwaiste oder beschlagnahmte Orang-Utans betreut.

Die Orang-Utans, die noch jung genug sind, um die Waldschule zu besuchen, erlernen dort die wichtigsten Überlebensfähigkeiten, die sie auf die Auswilderung in den Schutzgebieten vorbereitet. Die anderen – oftmals ältere oder behinderte Orang-Utans, für die es keine Chance auf eine Auswilderung mehr gibt – werden intensiv gepflegt oder auf bewaldeten Inseln ausgesetzt, die sie vor dem Angriff von Raubtieren schützen. So können sie trotzdem noch ein Leben in Freiheit und Würde führen.

Damit die ausgewilderten Orang-Utans auch genug Platz zum Leben haben, schützt die BOS aktuell insgesamt eine Fläche von 460.680 Hektar Regenwald und hilft regionalen Gemeinden bei der Renaturierung von ehemaligen Palmölplantagen und großflächig abgeholzten Tiefmoorgebieten.

So hat die Borneo Orang-Utan Survival Foundation bisher bereits 1.200 Orang-Utans den Rettungs- und Rehabilitationsprozess durchlaufen.

Dir liegt der Schutz unserer Naturparadiese ebenso am Herzen?

Auf unserer Projektseite findest du spannende Projekte, welche auf deine Unterstützung warten.

Nur gemeinsam können wir ganz einfach gutes tun!